Kloster Eberbach

26.08.2020

Im Bewusstsein, dass die "Grundlage" für höchste Weinqualität im Weinberg liegt, begannen schon kurz nach ihrer Klostergründung 1136 die Mönche der Zisterzienser ihre Arbeit in den Rebhängen. Bereits damals bewiesen sie ihr hohes Qualitätsstreben durch die Nennung der Namen von Weinberglagen. Das war neu und schon bald nahmen sie eine Vorbildfunktion in der Weinwelt ein.

Beste Weinbergslagen, naturnaher Weinbau, schonende Kelterung und behutsamer Ausbau sind seither die Grundlage für alle Weine des Kloster Eberbach.

Nach turbulenten Zeiten und wechselnden Eigentümern ging der ehemalige Kloster-Besitz 1945 an das Land Hessen über. Zu den 238 Hektar Rebfläche des hessischen Staatsweinguts Kloster Eberbach gehören Lagen im Rheingau und entlang der Hessischen Bergstraße. Herausragend ist beispielsweise der Steinberg. Eine fast 3 km lange Bruchsteinmauer schützt den Weinberg und umringt ihn wie eine Klostermauer. Laut Überlieferung sollten Traubendiebe mit der Mauer ferngehalten werden. Gleichzeitig hat die Trockenmauer im Tagesverlauf einen ausgleichenden Effekt auf die Umgebungstemperatur. Die Mauer nimmt am Tag die Sonnenwärme auf und strahlt sie bis tief in die Nacht an die bodennahe Luftschicht wieder ab. So reduziert sie das nächtliche Auskühlen im Weinberg.

Die Gutsweine von Kloster Eberbach werden ausschließlich aus eigenen Lagen produziert. 35 Mitarbeiter sind im Weinbau aktiv. Ihr Augenmerk liegt dabei auf der nachhaltigen Pflege der Weinberge. Das bedeutet unter anderem, dass auf Insektizid freie Weinberge höchsten Wert gelegt wird. Insektenhotels und Greifvögel unterstützen den natürlichen Kreislauf und dämmen den Schädlingsbefall ein.
Für den Erhalt des Bodenlebens und der Artenvielfalt in den Weinbergen werden in den möglichst naturnah bewirtschafteten Weinbergen die Flächen zwischen den Rebzeilen mit verschiedensten Pflanzen begrünt. Die reduziert den Herbizideinsatz, fördert die Biodiversität und sorgt automatisch für weniger Verkehr im Weinberg.

In vier Domänen wird eine große Rebsortenvielfalt gepflegt. Zu den Hauptrebsorten zählen Riesling, Spätburgunder, Weißburgunder, Grauburgunder und Chardonnay.

Die Traubenernte erfolgt zu circa 50 Prozent von Hand und 50 Prozent mit dem Vollernter. Danach werden alle Weine im Steinbergkeller gepresst und vergoren. Jährlich gelangen ca. 1,9 Millionen Liter Wein in über 300 Tanks oder Holzfässer.
Alle Rotweine folgen der Tradition der Zisterzienser und werden in Assmannshausen ausgebaut. Die äußerst schonende Vergärung der wertvollen Trauben und ihr Ausbau in deutschen Eichenholzfässern entspricht dem traditionellen Rheingauer Stil. Es entstehen Spätburgunder mit legendärem Reifepotenzial wie zahlreiche Schatzkammerproben regelmäßig unter Beweis stellen.

Doch auch die Kellerei im Steinberg ist eine Besonderheit. Sie liegt über 3 Etagen verteilt in 14 Metern Tiefe und dennoch strömt in einen Großteil der Kellerräume Tageslicht. Im Steinbergkeller werden die Weine nach höchsten Qualitätsstandards vinifiziert. Unter Vinifikation verstehen Winzer und Kellermeister die Kunst, aus dem Traubensaft hervorragenden Wein zu produzieren. Vier Kellermeister und Kellermeisterinnen sorgen im Weingut Kloster Eberbach für ausgezeichnete Produktqualität.Seit 2019 produziert das Weingut Kloster Eberbach auch vegane Weine. Vegan muss nicht unbedingt auf Weinetiketten stehen, dennoch ist es ein Hinweis auf die Weinherstellung. Seit vielen Jahrhunderten werden für die Weinklärung tierische Proteine verwendet. Am Häufigsten ist das Eiklar im Einsatz. Kommt Protein in den Wein, dann binden sich die Trübstoffe daran und sacken auf den Boden des Fasses oder Tanks ab. Der klare Wein kann anschließend von oben abgezogen werden. Die tierischen Klärmittel sind anschließend normalerweise weg. Im Vergleich dazu sind vegane Weine entweder naturtrüb oder sie werden mit Aktivkohle, Mineralerde oder pflanzlichen Proteinen geklärt. Diese Stoffe benötigen meist etwas länger, sind jedoch ebenso effektiv.