Häufle Kartoffeln

14.08.2020

Erwin Häufle wuchs schon von klein auf mit der Landwirtschaft auf. Als er noch Kind war, lebten drei Generationen unter einem Dach. Damals noch innerorts von Ehingen. 1990 übernahm Erwin Häufle den landwirtschaftlichen Betrieb. Als nebenberuflicher Betriebsleiter entschied er sich 1991 für eine neue Hofstelle außerorts. Es wurde eine Halle mit Anlagen errichtet und die Spezialisierung auf Kartoffeln forciert.

Lesen Sie folgend das Gespräch von EDEKA Holzky mit dem Lieferanten Erwin Häufle.

Herr Häufle, wollten Sie schon immer Landwirt werden?

Ja, das war für mich selbstverständlich. Ich wuchs im Betrieb der Eltern auf und war in der dritten Generation Hoferbe.
Mit 16 Jahren begann ich meine Lehre, schloss diese 1981 als Landwirt in Radolfzell ab. Später kamen noch die Ausbildungen zum staatlich geprüften Wirtschafter und zum Industriemechaniker hinzu.

Die Industrialisierung in der Landwirtschaft ist ein großes Thema. Wie sehen Sie das?
Richtig, ohne Maschinen wäre es unwirtschaftlich die Felder zu pflegen. Wir haben heute das Glück hochmoderne Maschinen zu besitzen. Das macht zum einen Spaß in der Nutzung und zum anderen erleichtert es natürlich vieles. So konnten wir beispielsweise die Schlagstellen während der Kartoffelsortierung deutlich reduzieren und erhalten im Ergebnis eine noch höhere Qualität. Unsere Sortier und Abpackanlage zählt zu den modernsten in der Region.

Ist die Wartung der Maschinen sehr aufwendig?

Meine Söhne machten eine Ausbildung zum Elektroniker und zum Mechaniker, ich selbst bin Mechaniker, das erleichtert vieles.

Wieviel Hektar Land pflegen Sie mit wieviel Personen?

Wir bauen auf 60 ha Ackerland ca. 13 ha Kartoffeln. Da Kartoffeln nur alle 3 bis 4 Jahre auf dem gleichen Feld angebaut werden sollten, erfolgt ein Fruchtwechsel mit Mais und Getreide. Mit diesem Vorgehen bleibt uns die hervorragende Hegau-Bodenqualität erhalten.
In unserem Familienbetrieb helfen alle mit, so wie sie Zeit haben. Das bedeutet bei uns neben mir meine Frau, unsere beiden Söhne und unsere Tochter. Ergänzend unterstützen uns zwei Saisonkräfte.

Wie kam es zu der Entscheidung für den Ausbau des Kartoffelanbaus?
Das war vor ca. 40 Jahren. Wir belieferten vorher schon in einem kleineren Rahmen einen Großkunden mit Kartoffeln. Am Familientisch hatten wir uns überlegt, wie wir den Absatz erweitern konnten. So kam es auch zur Idee, zum Wochenmarkt nach Tuttlingen zu fahren. Seit damals haben wir dort einen Marktstand. Der direkte Kontakt zum Endverbraucher hat viel positives. Wir erfahren sofort was gefällt und was gewünscht wird.

Kartoffelfeld bei Mühlhausen-Ehingen
Kartoffelfeld bei Mühlhausen-Ehingen

Wieviele Kartoffelsorten bauen Sie aktuell an?

In unserem Angebot befinden sich 15 verschiedene Sorten, für die Kochbereiche festkochend, vorwiegend festkochend bis mehlig ist alles dabei. Neben den bekannten Kartoffelsorten führen wir auch absolute Delikatess-Kartoffeln.

Was meinen Sie damit?

Schätzungen zufolge sind weltweit ungefähr 5.000 Kartoffelsorten bekannt. In Deutschland werden davon nur 200 vom Bundessortenamt zugelassen. Die wenigsten setzen sich durch. Wir wählen unsere Kartoffelsorten sehr bewusst aus. Die meisten Kartoffelsorten sind ca. 10 Jahre alt.
Annabelle wird beispielsweise auch die Königin der Kartoffeln genannt. Sie sieht schön aus, schmeckt gut und ist innen schön Gelb. Daher auch weit verbreitet.
Zu den Delikatess-Kartoffeln zählen jedoch das Ehinger Hörnchen, die Sieglinde und die rotschalige Laura.

Das sind interessante Namen, was bedeuten sie?

Das Ehinger Hörnchen ist eine sehr alte Kartoffelsorte. Es verdankt seinen Namen den Kontrollbehörden. Wir bauten das Bamberger Hörnchen an. Dabei handelt es sich um einen geschützten Namen, den wir nicht führen dürfen. Auf Empfehlung wurde die Kartoffel umgetauft. Wenn Sie irgendwo eine Kartoffel mit einem Städtenamen und Hörnchen sehen, dann ist stark zu vermuten, dass es sich hierbei um die gleiche Kartoffelsorte handelt. Die Kartoffel selbst ist eine absolute Delikatesse mit Hörnchen-artiger Form. Sehr nussig im Geschmack, festkochend und gleichzeitig saftig.

Die Sieglinde gehört zu den altbekannten Kartoffelsorten obwohl sie schon seit 1935 angebaut wird. Sie ist eine früh reifende Kartoffel. Ihr Geschmack sie feinwürzig und vergleichsweise saftig.

Die rotschalige Laura wurde 1998 in Deutschland zugelassen. Sie zählt zu den milden Sorten. Ihre leicht mehlig, cremige Note macht sie ideal für Pommes und Kartoffelbrei. Mit ihrer roten Schale außen und innen tiefgelbem Fleisch, sieht sie interessant aus und ein sehr feines Aroma.

Sie haben Ihren Betrieb auch einer speziellen Zertifizierung untergeordnet. Welche ist das?

Das ist die QS-Gap Zertifizierung, das höchste Level für den Kartoffelverkauf. EDEKA nimmt nur Lieferanten auf, die dieses Gütesiegel führen. Das bedeutet wir werden jährlich geprüft und müssen eine 100prozentige Rückverfolgung sicherstellen. Außerdem kann es geschehen, dass ein Prüfer sich 24 Stunden vor der Prüfung anmeldet. Die Kartoffeln dann auf Wirkstoffe mit Rückstandsmonitoring untersucht. Für EDEKA müssen wir sicherstellen, dass höchstens 70 Prozent der erlaubten Wirkstoffe enthalten sind, die für andere konventionelle Landwirte erlaubt sind. Wir müssen dafür ein richtiges Monitoring führen. Das ist eine Wissenschaft für sich.

Herzlichen Dank für das informative Gespräch.