— Claus Holzky & die Unternehmensgeschichte —

Edeka Holzky in Engen gehört im Hegau zu den größten Arbeitgebern im Lebensmittelmarkt-Bereich. Ganz bewusst setzt der Inhaber, Claus Holzky, auf eine große Serviceorientierung. Dazu zählt, dass die Mitarbeiter Zeit haben, diesen Service zu erbringen. Im Vergleich zu anderen EDEKA-Märkten mit gleicher Marktgröße hat EDEKA Holzky deutlich mehr Personal.

Herr Holzky, waren Sie schon immer im Einzelhandel tätig?
Nein. Mein Berufsweg verlief zuerst ganz anders als er sich heute zeigt. Nach meiner Einzelhandels-Ausbildung im Kaufhof absolvierte ich ein BWL Studium. Anschließend arbeitete ich als Wirtschaftsprüfungsassistent in einer Kanzlei. Erst 1992 wechselte ich ins Unternehmen meines Vaters, Karl-Heinz Holzky, der Inhaber des EDEKA aktiv Markt Holzky in Königsfeld war.

Wie kam ihr Wechsel von Königsfeld nach Engen?
Im gleichen Jahr kaufte der EDEKA-Konzern die Gottlieb-Filialen auf. Mein Vater wollte schon zuvor expandieren. Er erkannte seine Chance, bewarb sich und erwarb die Rechte für den Gottlieb-Markt in Engen.

Wie kam es zum Ortswechsel des Marktes?
Die Räumlichkeiten des ursprünglichen Gottlieb-Marktes wurden zu klein. EDEKA baute ein neues Gebäude in der Richard-Stocker-Str., heute ist dort der Kick beheimatet. Wir eröffneten den EDEKA Holzky Markt 1993.

Pendelten Sie von Königsfeld nach Engen?
Das war nur in den frühen Anfängen so. Als der Markt eröffnete zog ich nach Engen und holte wenige Monate später meine Familie nach.

Der Markt ist in der Zwischenzeit in der Hegaustr., wie kam es zu dem Ortswechsel?
Damals arbeitete ich noch im Unternehmen meines Vaters als angestellter Geschäftsführer. 2004 war es dann soweit. Ich kaufte von meinem Vater den EDEKA-Holzky Markt in Engen. Die Erfahrung lehrte, dass die vielen Fenster des Marktes speziell im Sommer große Probleme verursachten. Frischeprodukte und Schokoladen litten stark unter den schwankenden Temperaturen und sorgten für überdurchschnittliche Verluste. Dazu kam dann auch, dass wir die Waren immer im Aufzug nach oben transportieren mussten. Das war enorm zeitaufwendig.
Ich bin sehr glücklich darüber, dass sich die Möglichkeit in der Hegaustr. 5a bot.

Wann eröffneten Sie in der Hegaustr. 5a in Engen?
Das war 2007. Die Verkaufsfläche hatte sich von 850 qm auf 1.700 qm verdoppelt. Dies führte automatisch zu einem größeren Warenangebot und damit auch zu mehr Kunden.

In unmittelbarer Nähe befinden sich auch Discounter, ist das keine Konkurrenz?
Das dachten wir am Anfang auch. Plötzlich öffneten Discounter wie Aldi, Netto, Rossmann in Engen und dm in Mühlhausen. Doch was ursprünglich kritisch wirkte, zeigt sich jetzt als sehr erfreulich. Das Kombiangebot mit den Discountern funktioniert.

Wie ist das in der Sortiment-Entwicklung sichtbar?
Das Sortiment im Markt unterliegt einem kontinuierlichen Wandel und wird den Bedürfnissen der Kunden angepasst. Früher hatten wir viele non-food-Artikel. Alles was zum Haushaltsbedarf zählte, dazu gehörten auch Gläser und Porzellan. Spielwaren liefen damals ebenfalls sehr gut. Die Menschen brauchten das. Doch dann entwickelte sich der Internethandel und forderte von uns um- und mitdenken. Der Verkauf von Spielen, Spielwaren und weiteren Produkten ging stark zurück.
Als Kaufmann stehe ich immer vor der Herausforderung und dem Erkennen von 'Was wird gebraucht, was ist sinnvoll?'
Genau in dieser kritischen Wendezeit entwickelte EDEKA gerade die Eigenmarken. Das änderte auch bei uns die Werte. Bio, Nachhaltigkeit und regional in der Produktauswahl wurden ebenso wie gesteigerter Service in der Kundenbetreuung für uns zur neuen Richtlinie.

Haben Sie ein Alleinstellungsmerkmal?
Die aktuelle Marktforschung bestätigt, dass wir in Engen und Umgebung das größte Bio-Vollsortiment führen. Dazu gehört natürlich auch eine umfangreiche Produktwahl für Vegetarier und Veganer.
Ob im Getränkemarkt, an der Bedientheke oder in den Verkaufsreihen, die Stärkung der Kernkompetenzen des Marktes zeigt sich in vielen Aspekten.

Das ist eine immense Produktmenge, wie organisieren Sie das?
Das geht nur mit motivierten und qualifizierten Mitarbeitern. Wir haben ein spezifisches EDEKA Fortbildungsprogramm. Die Geschäftsorganisation ist ein Miteinander von individuellen Aufgaben. Zum Orga-Team gehören die Verwaltungs- und Marktleiterin Sandra Schmiedel, der Geschäftsführer Valdrin Rrahmani und ich.

Gab es in jüngerer Vergangenheit spezielle Meilensteine?
Ja, 2019 wurde die Einführung eines neuen EDEKA-Warenwirtschaftssystems von SAP realisiert. Wie bei vielen solcher Systeme hat es noch ein paar Kinderkrankheiten, dennoch bin ich sicher, dass diese Erneuerung eine Erleichterung für alle ist. Der größte Vorteil ist die automatische Dispo mit einem Algorithmus, der die Bestellmengen errechnet. Das ist sowohl beim EDEKA-Sortiment möglich, als auch bei Streckenlieferanten.

Was sind Streckenlieferanten?
Zu den Streckenlieferanten zählen beispielsweise der Reformwarenhändler Kraushaar. EDEKA verhandelt mit den Lieferanten spezielle Einkaufspreise. Die EDEKA-Märkte können anschließend diese Angebote nutzen ohne riesige Volumen abnehmen zu müssen. Da alle Bestellungen über ein System laufen, entsteht Struktur, die von einer digitalen Bestellempfehlung unterstützt wird. Dennoch können individuelle Kunden angelegt und im System frei gegeben werden.

Was ist Ihnen bei den Mitarbeitenden und beim Sortiment besonders wichtig?
Ich setze auf Fairness im Umgang miteinander. Höflichkeit, Mitdenken und die Bereitschaft, auch in einer anderen Abteilung auszuhelfen. Wir sind ein kleines Unternehmen mit derzeit ca. 70 Mitarbeitern. Da geht es nur im Miteinander.
Wir legen Wert auf möglichst viele nachhaltige Artikel und führen ein großes Bio-Sortiment. Wir, bei EDEDKA Holzky, leben die Werte 'biologisch-ökologisch-nachhaltig'.

Woran erkennen die Kunden das?
Die Kunden erkennen das bei allen Produkten an den Bezeichnungen 'Bio' und 'Öko'. Das sind in Verbindung mit Lebensmitteln gesetzlich geschützte Begriffe.
Nehmen wir als Beispiel die Metzgerei. Hier werden Tierwohl-Produkte bevorzugt angeboten, sowohl in der Bedientheke als auch im Bereich der Selbstbedienung. Vom Demeter Schweinefleisch bis zum Bio-Weiderind gibt es eine Vielzahl an biologisch nachhaltigen Einkaufsmöglichkeiten.
Wir führen ein Sortiment wie ein mittelgroßer Bio-Naturkostmarkt mit Marken wie Demeter, Bioland, Naturkind, Naturland und vielen weiteren.
In den vergangenen Jahren nahmen die Anfragen nach vegetarischen und veganen Produkten immer mehr zu. Auch in diesem Bereich kann EDEKA Holzky mit einem Vollsortiment dienen.
Für die Nachhaltigkeit reduzieren wir kontinuierlich das Plastik und setzen bewusst auf Frischeboxen, -taschen und Papiertüten.
Ergänzend achten wir darauf, dass wir Produkte von Produzenten aus der Region aufnehmen. Dazu zählen beispielsweise das Bier der Ruppaner Brauerei aus Konstanz, Auer Obstsäfte aus Mühlhausen. Hühnereier beziehen wir unter anderen auch vom Haslacher-Hof in Tengen. Er wird bewirtschaftet von Familie Finsler. Sie legen besonderen Wert auf das Tierwohl und verzichten auf die Tötung von nicht zur Aufzucht benötigten Bioland-Hahnenküken.
Die Liste unserer Bio-Produkte, die hier angeführt werden könnten, ist sehr lang.

Führen Sie im EDEKA Holzky Markt auch spezielle Service-Angebote?
Ja, wir haben unseren Veranstaltungsservice, das ist ein Plattenservice ab 2 Personen, selbst frische Brote und Kuchen von der Kutmühle können bei uns direkt bestellt werden.
Dann ist da natürlich die 'Heiße Theke'. Kunden können bei uns warme Gerichte und Salate nach Wahl zum Verzehr mitnehmen.
Zu unserem besonderen Service zählt auch das Kommissionsangebot. Plant jemand eine Veranstaltung und weiß noch nicht, wieviel Getränke und Konserven benötigt werden, so können die Getränke und Konserven auf Kommission gekauft werden. Das bedeutet, was unbenutzt ist, kann im Austausch mit dem Warenwert zurück gegeben werden.
Natürlich können unsere Kunden bei uns auch Geschenkgutscheine und nach Wunsch befüllte Geschenkkörbe erwerben. Sie sagen uns was Sie möchten und wir richten alles abholbereit.

Haben Sie aktuell etwas Neues geplant?
Bei uns ist immer alles in Bewegung. Anfang Juli 2020 die Leergut-Annahme im Eingangsbereich fertig gestellt sein.

Welche zukünftigen Aktivitäten sind in Planung?
Wir werden uns weiter auf den Bereich bio-öko-nachhaltig und wenn möglich regional fokussieren. Auch die Öffentlichkeitsarbeit wird zunehmen, damit noch mehr Menschen erfahren 'EDEKA Holzky ist ein Lebensmittelmarkt mit Herz'. Wir werden unsere Kernkompetenzen weiter ausbauen und freuen uns, dass immer mehr Kunden, auch weitere Wege auf sich nehmen um bei uns einzukaufen. Das bestätigt, dass wir auf dem richtigen Weg sind.

Herzlichen Dank für das Gespräch.